PHOBOS & DEIMOS
Bevor wir uns der reichhaltigen Welt der Jupiter- und der Saturnmonde
widmen, beschäftigen
wir uns erst einmal mit den Monden unseres Nachbarplaneten Mars, der
zwar einen Mond
mehr als die Erde besitzt, dafür sind seine beiden Monde allerdings
wesentlich kleiner.
Deimos
Im Jahr 1727 - damals wußte man bereits, daß außer
der Erde auch Jupiter und Saturn
Monde besitzen - erzählte Jonathan Swift im dritten Teil von "Gullivers
Reisen"
folgende Fiktion: Die laputanischen Astronomen entdeckten "zwei kleinere
Sterne
oder Satelliten, welche um den Mars laufen; hiervon ist der innerste
vom Mittelpunkt
des Planeten genau drei, der äußerste fünf seiner Durchmesser
entfernt; ersterer
vollendet seinen Umlauf im Zeitraum von zehn, letzterer in
einundzwanzigeinhalb Stunden".
Phobos
150 Jahre später - inzwischen kannte man auch Uranusmonde
und einen Neptunmond -
entdeckte Asaph Hall bei Mars tatsächlich einen Mond und sechs
Tage darauf noch einen
zweiten. Die beiden wurden nach Phobos und
Deimos, zwei Söhnen von Mars und
Venus, benannt, deren Namen aus dem Griechischen übersetzt "Furcht"
und "Schrecken"
bedeuten. Phobos erhielt die Bezeichnung
Mars I und Deimos Mars II. Es sind
keine
weiteren Marsmonde bekannt.
Phobos
Phobos und Deimos sind wahrscheinlich
nicht zusammen mit Mars entstanden, sondern eingefangene
Planetoiden. Deshalb haben sie auch keine Kugelgestalt, sondern erinnern
eher an unregelmäßige,
kraterübersäte Kartoffeln: Phobos hat Maße von nur
26 km x 22 km x 19 km
(das ergibt einen mittleren Durchmesser von 22 km), Deimos ist sogar
noch kleiner
mit 16 km x 12 km x 10 km (mittlerer Durchmesser 12 km).
Deimos
Phobos ist der 1. (d. h. innerste), Deimos der 2. Mond des Mars.
Phobos ist mit einer großen
Bahnhalbachse von 9377 km nur ca. 2,8 Marsradien
vom Planeten(-mittelpunkt) entfernt und braucht somit für einen
Umlauf auch nur
0,3189 Tage (= 7 Stunden 39 Minuten); seine synodische Umlaufzeit ist
nur ein
paar Sekunden länger. Da Mars für eine Rotation um seine
eigene Achse aber etwa
24,6 Stunden braucht (also etwa genauso lang wie die Erde), hat das
zur Folge, daß
Phobos nicht wie alle anderen Gestirne des Marshimmels im Osten auf-
und im
Westen untergeht, sondern seine Bahn von West nach Ost zieht, und zwar
zweimal
(mars-)täglich, wobei er obendrein täglich dreimal alle Mondphasen
durchläuft.
Animation I von Phobos (615 KB)
Aufnahme durch die Mars-Sonde "Mars Express" am
23. Juli 2008 aus 97 km Entfernung.
Deren High Resolution Stereo Camera (HRSC) wurde
in Deutschland entwickelt.
Animation II von Phobos (562 KB)
Deimos hat eine große Bahnhalbachse
von 23462 km (entsprechend immerhin ca. 7 Marsradien)
und braucht somit für einen (siderischen) Umlauf 1,2624 Tage (=
30 Stunden 18 Minuten) sowie
für einen synodischen Umlauf 1,2648 Tage (= 30 Stunden 21 Minuten).
So geht Deimos
zwar im Osten auf und im Westen unter, doch bleibt er über 2½
Marstage am Himmel
und durchläuft währenddessen alle Phasen gleich zweimal;
allerdings erscheint sein
Durchmesser von Mars aus kaum mehr als doppelt so groß
wie von uns aus der Durchmesser der Venus.
Deimos
PHOBOS in Kürze
| Bezeichnung | Mars I |
| Entdeckungsjahr | 1877 |
| Entdecker | Asaph Hall |
| Durchmesser | 26 km x 22 km x 19 km |
| Rang | 1. |
| Große Bahnhalbachse | 9377
km =
ca. 2,8 Marsradien |
| Umlaufzeit | 0,3189 Tage |
| Besonderheit | Kleinste
große Bahnhalbachse
eines Planetenmondes |
DEIMOS in Kürze
| Bezeichnung | Mars II |
| Entdeckungsjahr | 1877 |
| Entdecker | Asaph Hall |
| Durchmesser | 16 km x 12 km x 10 km |
| Rang | 2. (äußerster) |
| Große Bahnhalbachse | 23462
km =
ca. 7 Marsradien |
| Umlaufzeit | 1,262 Tage |
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Dies waren Phobos
& Deimos. Als nächstes erwartet
Euch
hier ein Jupitermond. Seid gespannt auf
G a n y m e d
3-D-Aufnahme durch die Mars-Sonde "Mars Express" am
23. Juli 2008 aus 97 km Entfernung.
Zur stereoskopischen Betrachtung wird eine Rot-Blau-Brille
benötigt (beim Optiker erhältlich),
rotes Glas links, blaues rechts.