CORDELIA  &  OPHELIA
 
 
 
 
 

Im Januar 1986 erreichte die Sonde Voyager 2 den Planeten Uranus. Dadurch wurden
elf Uranusmonde entdeckt. Am 20. Januar 1986 entdeckte Dr. Richard J. Terrile vom
Voyager Imaging Science Team – er hatte 1980 bereits den Saturnmond Atlas
entdeckt – zwei dieser elf Monde. Sie fungieren als Schäferhundmonde
(-> Prometheus & Pandora) des Epsilonringes, des hellsten Uranusringes.
 
 
 
 
 
 
 


 
 
 
 
 
 
 

Uranusmonde werden im Gegensatz zu den Monden der anderen Planeten nicht nach
Gestalten der klassischen Mythologie, sondern nach Figuren aus den Werken der
englischen Dichter William Shakespeare und Alexander Pope benannt. So beka-
men die beiden Monde die Namen Cordelia (nach der Tochter des Königs Lear
aus Shakespeares gleichnamiger Tragödie) und Ophelia (nach der Tochter des
Polonius aus Shakespeares Tragödie "Hamlet, Prinz von Dänemark").
Cordelia erhielt als innerster der elf neuen Monde die Bezeichnung
Uranus VI und Ophelia Uranus VII.
 
 
 
 
 
 
 


 
 
 
 
 
 
 

Cordelia hat einen Durchmesser von ca. 50 km x 36 km (im Mittel ca.
42 km), Ophelia ist ein klein wenig größer und misst im Durchmesser
ca. 54 km x 38 km (im Mittel ca. 45 km).
 
 
 
 
 
 
 


 
 
 
 
 
 
 

Mit einer großen Bahnhalbachse von ca. 1,9 Uranusradien (entsprechend 49755 km) bzw. von
ca. 2,1 Uranusradien (entsprechend 53765 km) sind Cordelia und Ophelia die beiden innersten
bekannten Uranusmonde. Cordelias große Bahnhalbachse von weniger als 2 Uranusradien
bedeutet zudem, dass die Uranusoberfläche von Cordelia weniger weit entfernt ist als die
Uranusoberfläche vom Uranusmittelpunkt. Cordelias Umlaufzeit beträgt 0,3347 Tage
(= 8 Stunden 2 Minuten), Ophelias 0,3764 Tage (= 9 Stunden 2 Minuten). Die
Rotationsachse des Uranus ist um etwas über 90° geneigt (also fast parallel zur Ekliptik
[der scheinbaren Bahn der Sonne um die Erde]). Da als Nordpol eines Planeten jener Pol
bezeichnet wird, der auf die gleiche Seite der Ekliptikebene zeigt wie der Erdnordpol,
verhält sich die Rotation des Uranus gegenläufig, d. h. von Ost nach West. Am
Uranushimmel gehen die beiden Schäferhundmonde wegen ihrer kurzen
Umlaufzeiten somit trotzdem im Osten auf und im Westen unter.
 
 
 
 
 
 

CORDELIA  in  Kürze

 
 Bezeichnung  Uranus VI
 Entdeckungsjahr  1986 
 Entdecker  Richard J. Terrile // Voyager 2 
 Durchmesser  Ca. 50 km x 36 km
 Rang  1.
 Große Bahnhalbachse  49755 km =
 ca. 1,9 Uranusradien
 Umlaufzeit  0,3347 Tage

 
 

OPHELIA  in  Kürze

 
 Bezeichnung  Uranus VII
 Entdeckungsjahr  1986
 Entdecker  Richard J. Terrile // Voyager 2
 Durchmesser  Ca. 54 km x 38 km
 Rang  2.
 Große Bahnhalbachse  53765 km =
 ca. 2,1 Uranusradien
 Umlaufzeit  0,3764 Tage
 

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Dies waren Cordelia und Ophelia. Als nächstes erwartet Euch hier ein
weiterer Jupitermond. Seid gespannt auf
 

A m a l t h e a



 
 
 

Hauptquellen:

- Benennung: IAUC 4609 (1988)
- Entdeckung: IAUC 4168 (1986)
- Durchmesser: berechnet nach Erich Karkoschka: "Voyager's eleventh discovery of a satellite of Uranus
- and photometry and the first size measurements of nine satellites", Icarus 151 (2001), S. 69–77
- Bahndaten: Marina Brozović: "Update of the Uranian rocks orbits with JWST data — URA184", 2025